Was ist Amateurfunk?

"Im Sinne dieses Gesetzes ist ... [der] Amateurfunkdienst ein Funkdienst, der von Funkamateuren untereinander, zu experimentellen und technisch-wissenschaftlichen Studien, zur eigenen Weiterbildung, zur Völkerverständigung und zur Unterstützung von Hilfsaktionen in Not- und Katastrophenfällen wahrgenommen wird; der Amateurfunkdienst schließt die Benutzung von Weltraumfunkstellen ein."
§ 2, Nr. 2, AFuG

Dieser Auszug aus dem deutschen Amateurfunkgesetz (AFuG) zeigt die Vielfältigkeit des Hobbys Amateurfunk. Der Amateurfunk ist ein technisches Hobby, welches sich mit der drahtlosen Kommunikation befasst. Über Funkverbindungen kann der Amateurfunker Gespräche mit anderen Funkamateuren auf der ganzen Welt führen. Für Gewöhnlich bauen Amaterufunker kleinere oder größere Teile oder auch ihre komplette Funkanlage selbst. Bau, Test und Weiterentwicklung der Geräte sind ein wichtiger Aspekt. Viele nehmen außerdem an Wettbewerben der unterschiedlichsten Art teil, etwa Contesten oder Peilwettbewerben.

Amateurfunkern stehen verschiedene exklusive Frequenzbereiche, die sogenannten Amateurbänder, zwischen 135 kHz und 250 GHz im Langwellen-, Mittelwellen-, Kurz- und Ultrakurzwellen bis hinauf in den Gigahertz-Bereich zur Verfügung. Auch im optischen Bereich und im Bereich der Terahertzstrahlung sind Funkamateure aktiv und aktiv an der Forschung beteiligt.

- Funkbetrieb -

Mithilfe einfachster Mittel (z.B. selbstgebautes Funkgerät, einer Batterie/Solarzelle und einem hoch aufgehangenen Draht) lassen sich jederzeit Verbindungen zu fast allen Orten der Welt aufbauen. Durch die sich ständig verändernden Ausbreitungsbedingungen auf den Frequenzen, ist immer ein sportlicher Gedanke dabei. Es werden häufig sogenannte "Fielddays" durchgeführt, bei denen sich Amateurfunker in der Natur treffen und abseits des Stromnetzes eine kleine portable Funkstation aufbauen. Bei diesen Veranstaltungen wird üblicherweise gegrillt - nebenbei unterhält man sich womöglich mit der Antarktis, Japan, den USA oder Neuseeland. Es gibt jedoch noch viele andere Ausprägungen des Funkbetriebs an sich. So werden jedes Wochenende verschiedene Wettbewerbe, sogenannte "Conteste" durchgeführt. Der Grundgedanke der meisten Conteste ist es mit möglichst vielen verschiedenen Amateurfunkern weltweit (es gibt deutlich mehr als eine Million Amateurfunker weltweit) Verbindungen aufzubauen. Am Ende gewinnt derjenige, der die meisten Punkte nachweisen kann.

- Selbstbau -

Durch das Amateurfunkgesetz werden dem Amateurfunker viele Freiheiten gewährt. Wie bereits erwähnt, darf ein Amateurfunker Geräte selbst bauen, aber auch vorhandene Geräte modifizieren und danach ohne externes Prüfungsverfahren auf den Amateurfunkfrequenzen verwenden. Dabei reicht der Anwendungsraum von einfachsten Geräte, mithilfe derer beispielsweise Kommunikation in Moretelegrafie auf der Kurzwelle durchgeführt wird, zu selbstgebauten digitalen Hochleistungstransceivern, mithilfe derer riesige Datenmengen innerhalb kürzester Zeit auf Frequenzen im hohen GHz-Bereich übermittelt werden können. Gerade auch die Datenanwendungen werden im Amateurfunk immer zahlreicher und sind dabei doch völlig eigenständig und unabhängig. Dem Selbstbau sind fast keine Grenzen gesetzt - beispielsweise baut man sich seine Antennen üblicherweise selbst. Ein kurzer Besuch im Baumarkt ermöglicht also vielleicht noch am selben Tag Verbindungen mit den USA.

Da der Amateurfunk vollständig unabhängig von öffentlichen Netzen, wie dem Strom-, dem Telefonnetz sowie dem Internet ist, gibt es in fast allen Ländern gesetzlich geregelte Notfunkaktivitäten. Amateurfunker leisten weltweit entscheidende Hilfe in Ländern, in denen die Infrastruktur beschädigt oder zerstört wurde. So waren Amateurfunker die Ersten, die aus den Gebieten der USA berichtet haben, die 2014 im Schneechaos versunken sind. Während öffentliche Netze völlig lahmgelegt waren, konnten Funkamateure erste Hilfsmaßnahmen koordinieren und so zur Rettung zahlreicher Leben beitragen. Die internationale Gemeinschaft hat sich mehrfach für die geleistete Hilfe bedankt.

Club-Aktivitäten

  • Funkbetrieb: Durch die Amateurfunkanlage der Clubstation (Leistungsverstärker, drehbare Richtantennen, etc.) kann hervorragend Funkbetrieb durchgeführt werden.
  • Contest: Wir nehmen gelegentlich an Amateurfunk-Wettbewerben teil.
  • Selbstbau: Im Rahmen unserer Treffen entstehen diverse Selbstbauprojekte, die aufgrund des Fachwissens sowie der zur Verfügung stehenden Platinen-Prototyp-Maschine bislang immer sehr schnell umgesetzt werden konnten.
  • Notfunk: Mit mehreren unabhängigen Transceivern sind wir bestens für Notfunk-Einsätze ausgerüstet.
  • Universitätsstädte-Diplom: Der Kontakt mit der Clubstation DK0UN bringt 5 Punkte für das Universitätsstädte-Diplom des OVs O35.
  • Gerätereparaturen: Recht häufig bringt ein Mitglied ein defektes Gerät mit. Bislang mussten wir noch kein einziges davon wegwerfen, da aufgrund des vielseitigen Wissens der Mitglieder immer Reparatur erfolgreich durchgeführt werden konnte.
  • Literatur: Die Clubstation hat mehrere deutsch- und englischsprachige Fachzeitschriften abonniert. Artikel werden gelesen und es wird über sie diskutiert.
  • Computer: Wir arbeiten viel mit freier Software wie u.A. den Linux-Betriebssystemen. Diskussionen über kleine, aber auch größere Computervorhaben werden gerne geführt. Es ist immer wieder erstaunlich wie viel Erfahrung die unterschiedlichen Mitglieder zu diesen Themen beisteuern können.

Ausrüstung

Transceiver   Kurzwelle

Kenwood TS-850S, 1.8 - 28MHz, 100W

Power Amplifier   Kurzwelle

Henry Radio 2-KD Classic

Antennenumschalter   Kurzwelle

schnelle Auswahl der Antenne

SWR & Power Meter   Kurzwelle

Zeigt Anpassung und Auslangsleistung an

Transceiver   UKW (2m)

ICOM IC-260E, 2m Allmode

Antennen   (U)KW

ein Teil der Antennenanlage

Darüber hinaus stehen uns zahlreiche Mess- und Prüfgeräte vom Lang- bis Mikrowellenbereich zur Verfügung, die auch anspruchsvollen Selbstbau- und Reperaturvorhaben gerecht werden.